Styroporpool-Kosten im Selbstbau: Was zum Pool-Set wirklich noch dazukommt
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Ein Styroporpool ist für viele Hausbesitzer eine attraktive Möglichkeit, den Traum vom eigenen Pool im Garten selbst umzusetzen. Die Bauweise ist durchdacht, die Styroporsteine sind leicht zu verarbeiten und mit einem Poolset sind bereits viele wichtige Komponenten enthalten.
Allerdings: Wer nur den Preis des Pool-Sets kalkuliert, rechnet zu knapp.
Denn beim Poolbau in Eigenregie entstehen neben dem eigentlichen Poolset weitere Kosten z.B.für Aushub, Bodenplatte, Beton, Baustahl, Drainage, Verrohrung, Elektroarbeiten, Technikplatz, Poolumrandung und Kleinmaterial. Genau diese Positionen entscheiden am Ende darüber, ob das Projekt finanziell realistisch machbar ist.
Was kostet ein Styroporpool im Selbstbau wirklich?
Ein Beispiel aus einem realen Selbstbau-Projekt zeigt, wie sich die Kosten zusammensetzen können. Gebaut wurde ein Styroporpool mit ca. 7 × 3,5 m Innenmaß, Treppe und Sitzbank.
Die Gesamtkosten lagen bei rund 15.980 Euro.
Davon entfielen 4.926 Euro auf das Pool-Set inklusive Technik. Der größere Teil entstand durch Bau- und Zusatzkosten rund um das Projekt.
Baukostenaufstellung für einen Styroporpool im Selbstbau
Beispielhafte Kostenaufstellung für ein privates Selbstbau-Projekt mit Styroporpool. Die tatsächlichen Kosten können je nach Poolgröße, Ausstattung, Bodenbeschaffenheit, Region und Eigenleistung abweichen.
| Kostenpunkt | Kosten |
|---|---|
| Gesamtkosten | 15.980 € |
| Poolset inkl. Technik | 4.926 € |
| Aushub und Bodenplatte | 2.893 € |
| Baustahl gesamt | 662 € |
| Wände betonieren | 470 € |
| Drainage | 567 € |
| Entleerungsschacht | 300 € |
| Hinterfüllung | 930 € |
| Verputzmaterial | 296 € |
| Sonstiges Kleinmaterial | 1.233 € |
| Poolumrandung | 1.275 € |
| Technikhaus | 1.428 € |
| Elektroarbeiten | 1.000 € |
Diese Werte sind natürlich nicht auf jedes Projekt 1:1 übertragbar. Poolgröße, Bodenbeschaffenheit, Region, Ausstattung, Eigenleistung und örtliche Gegebenheiten haben großen Einfluss auf die tatsächlichen Kosten. Die Aufstellung zeigt aber sehr gut, welche Positionen Bauherren von Anfang an mitbedenken sollten.
Warum das Styropor Pool Set nur ein Teil der Gesamtkosten ist
Ein Styroporpool-Set bildet die Basis des Projekts. Es enthält je nach Ausführung viele wichtige Bestandteile für den Poolkörper, die Technik und die spätere Nutzung.
Was im Garten aber zusätzlich entsteht, ist ein richtiges Bauprojekt.
Schon vor dem Aufbau des Pools fallen Kosten für den Aushub an. Die Baugrube muss passend dimensioniert werden, denn neben dem Innenmaß des Beckens braucht es zusätzlichen Platz für Styroporsteine, Arbeitsbereich, Verrohrung, Hinterfüllung und gegebenenfalls den Technikschacht.
Danach folgen Rollschotter bzw. Drainagekies, Bodenplatte, Bewehrung und Beton. Auch Baustahl, Schalungen, Kleinteile, Abdichtungen und später die Hinterfüllung.
Das Poolset ist der Startpunkt. Der fertige Pool entsteht erst durch die Kombination aus Set, Bauleistung, Material, Technik und sauberer Planung.
Typische Zusatzkosten beim Styroporpool
1. Aushub und Bodenplatte
Der Aushub gehört zu den größten Kostenpunkten. Je nach Bodenbeschaffenheit, Zugänglichkeit des Gartens und benötigter Maschinenzeit können die Kosten deutlich variieren.
Auch die Bodenplatte ist ein zentraler Punkt. Sie muss tragfähig, eben und sauber ausgeführt sein, da Unebenheiten später unter der Poolfolie sichtbar werden können. In unserer Apoolco-Bauanleitung wird außerdem empfohlen, die Bodenplatte ohne Gefälle und möglichst glatt auszuführen.
2. Beton, Baustahl und Armierung
Die Styroporsteine werden nach dem Aufbau mit Beton befüllt. Dazu kommt die passende Armierung. Je nach Poolgröße und Treppenvariante wird eine unterschiedliche Betonmenge benötigt.
Wichtig ist hier: Beton und Bewehrung sind entscheidend für Stabilität und Haltbarkeit des Poolkörpers. Wer hier spart oder ungenau arbeitet, riskiert später teure Probleme.
3. Drainage und Hinterfüllung
Rund um den Pool sollte nicht einfach mit Aushuberde hinterfüllt werden. Unsere Bauanleitung empfiehlt Drainagekies bzw. Rollschotter. Das sorgt dafür, dass Wasser besser ablaufen kann und die Konstruktion geschützt wird.
Auch dieser Punkt verursacht Kosten, wird aber in der ersten Kalkulation oft vergessen.
4. Technikraum, Technikhaus oder Entleerungsschacht
Die Pooltechnik braucht einen geeigneten Platz. Ob Technikschacht, Technikhütte, Garage oder Keller: Entscheidend ist, dass die Technik gut zugänglich, ausreichend belüftet und vor Feuchtigkeit geschützt ist.
Ein Entleerungsschacht kann zusätzlich sinnvoll sein, um Leitungen vor dem Winter vollständig entleeren zu können. Auch das ist ein Kostenpunkt, der häufig erst während der Detailplanung sichtbar wird.
5. Elektroarbeiten
Alle Elektroarbeiten rund um Pooltechnik, Beleuchtung, Wärmepumpe oder Steuerung müssen fachgerecht umgesetzt werden. Dafür sollte ein konzessionierter Elektriker eingeplant werden.
Gerade weil Strom und Wasser zusammenkommen, ist das kein Bereich für improvisierte Lösungen.
6. Poolumrandung und Außenbereich
Ein Pool ist nicht fertig, wenn der Beckenkörper steht. Kosten entstehen auch durch die Gestaltung rundherum: Beckenrandsteine, Terrassenplatten, Holzdeck oder Abdeckung, Stufen, Wege, Beleuchtung oder Sichtschutz.
Diese Arbeiten prägen später stark, wie hochwertig der Poolbereich wirkt. Sie sollten deshalb nicht erst am Ende „irgendwie“ aus dem Restbudget bezahlt werden müssen.
7. Kleinmaterial
Kleinmaterial klingt harmlos, kann in Summe aber ordentlich ins Gewicht fallen. Dazu zählen zum Beispiel PU-Schaum, Spachtelmasse, Netz, Silikon, Dichtmaterial, Rohrzubehör, Reinigungsmittel, Kleber, Schrauben, Werkzeuge, Leihgeräte oder zusätzliche Bauteile.
Im Beispielprojekt lagen allein die Kleinmaterialien bei über 1.200 Euro.
Wie lange dauert ein Styroporpool im Selbstbau?
Die reine Aufbauzeit des Styroporpool-Sets beläuft sich auf ca. eine Woche - ohne Aushub und Bodenplatte. Dafür werden drei Personen empfohlen.
In der Realität hängt die Projektdauer aber stark davon ab, wie viel Eigenleistung erbracht wird und ob nebenbei gearbeitet wird. Wer den Pool nach Feierabend, am Wochenende oder parallel zum Familienalltag baut, sollte deutlich mehr Zeit einplanen.
Ein realistischer Zeitraum für ein Selbstbauprojekt beträgt ca. 3 Monate - vor allem dann, wenn Aushub, Bodenplatte, Beton-Trocknungszeiten, Verrohrung, Hinterfüllung, Spachtelarbeiten, Technik und Außenbereich nacheinander umgesetzt werden.
Wichtig: Nach der Betonbefüllung der Styroporsteine muss die Konstruktion ausreichend austrocknen (3 bis 4 Wochen).
Warum der Pool nicht einfach im Winter fertiggestellt werden kann
Ein besonders wichtiger Punkt ist die Poolfolie.
Die Folienmontage sollte nur bei passenden Temperaturen erfolgen. Laut Apoolco-Bauanleitung wird für die Montage eine durchgängige Temperatur von etwa 20 bis 25 °C und Sonnenschein empfohlen. Die Folie muss weich genug sein, damit sie sich gut einhängen, dehnen und sauber an Boden, Wände, Treppen und Ecken anlegen lässt.
Das bedeutet: Wer im Herbst mit dem Poolbau startet, kann viele Arbeitsschritte vorbereiten (Poolkörper, Verrohrung, Technik, Hinterfüllung, Spachtelung oder Umrandung). Vlies und Poolfolie sollten aber erst im späten Frühling oder Sommer montiert werden, wenn die Temperaturen passen.
Das ist wichtig für die Zeitplanung. Ein Poolprojekt kann baulich weit fortgeschritten sein und trotzdem erst in der nächsten warmen Saison final fertiggestellt werden.
Fazit: Lieber realistisch kalkulieren statt später überrascht sein
Ein Styroporpool im Selbstbau kann eine sehr gute Möglichkeit sein, hochwertige Poolqualität mit viel Eigenleistung umzusetzen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Gesamtkosten ehrlich zu betrachten.
Das Poolset ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen Aushub, Bodenplatte, Baustahl, Beton, Drainage, Technikplatz, Elektroarbeiten, Hinterfüllung, Poolumrandung und viele kleinere Materialien.
Wer von Anfang an realistisch kalkuliert, plant entspannter, trifft bessere Entscheidungen und vermeidet unangenehme Überraschungen während der Bauphase.
Unser Tipp: Kalkulieren Sie nicht nur den Preis des Poolsets, sondern das gesamte Projekt - inklusive Bauarbeiten, Zeitfenster, Fachbetrieben und Reservebudget. Dann wird aus dem Traum vom eigenen Pool kein finanzielles Ratespiel, sondern ein gut planbares Gartenprojekt.